Presse
15.08.2010, 12:20 Uhr | Hunte Report Ausgabe Ammerland; Hunger-Weiland
Hubschrauberstaffel: Kritik wird lauter
Neusüdende (hun). Wenn in unserer Region ein Mensch vermisst wird oder die Fahndung nach einem Verbrecher läuft, dann ist oft der Hubschrauber „Phönix“ aus Neusüdende zur Stelle. Gerade in der Nacht ist er das Auge, dass Polizei und Helfer auf die richtige Fährte bringt – noch! Denn wenn es nach dem Niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann geht, dann wird der Phönix nach Hannover verlegt. Sparen heißt auch in seinem Haus die Devise. Doch es regt sich Widerstand, auch bei den eigenen Parteifreunden.
„Hubschrauber sind ein Einsatzmittel, dass in der Polizeiarbeit dringend notwendig ist“, macht Jens Nacke, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion klar. Für ihn wäre es das liebste, wenn der Standort Neusüdende erhalten bliebe. Dieser hatte erst vor drei Jahren eine Wirtschaftlichkeitsüberprüfung im Vergleich mit Ahlhorn und Bremen positiv überstanden. Unterstützung erhält er aus der Bevölkerung, aber auch von Lokalpolitikern und aus den Verwaltungen der betroffenen Landkreise.
Geprüft werden soll unter anderem, ob private Anbieter die Aufgabe des Polizeihelikopters übernehmen könnten. Denn Niedersachsen ist ein Flächenland, und die vorgegebene Einsatzbereitschaft eines Helikopters innerhalb von 30 Minuten ist von Hannover aus nicht zu gewährleisten. Doch da winken die Beamten ab: „Gerade der Nachtflugbetrieb, der bereinigt rund 40 Prozent unserer Einsätze ausmacht, ist für Private nicht zu leisten, denn sie müssen in geringer Höhe fliegen und mit Nachtsichtgeräten arbeiten. Da hat die Niedersächsische Hubschrauberstaffel bundesweit eine Vorreiterrolle“, erklärt Willi Lutze, Leiter der Niedersächsischen Hubschrauberstaffel.
Rund 1.730 Stunden sind die vier Hubschrauber jährlich insgesamt in der Luft – auf den „Phönix“ entfallen allein rund 500 Flugstunden, von denen fast 60 Prozent auf das Suchen von Vermissten oder das Fahnden nach Verdächtigen entfällt. Jährlich müssen rund 1,5 Millionen Euro für die Instandhaltung der zum Teil betagten Maschinen ausgegeben werden. Die Beauftragung eines Privatunternehmens, so versichern die Fachleute, sei allerdings wesentlich teurer. So zittern die Beamten in Neusüdende bis Oktober – dann soll eine Entscheidung fallen, auch darüber, ob die gut und teuer ausgebildeten Piloten dann wieder ganz normal auf Streife gehen müssen
aktualisiert von Jörg Brunßen, 15.08.2010, 12:26 Uhr